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Bregenzerach: Hochwasserschutz und Lebensraum

Bregenzerach: Hochwasserschutz und Lebensraum

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Im Wasserverband Bregenzerach Unterlauf arbeiten die Gemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach und Wolfurt zusammen. Sie kümmern sich um die nachhaltige Entwicklung der Bregenzerach zwischen ihrer Mündung in den Bodensee und Flusskilometer 7,2.












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Absage Baustellenführung: Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen
Die für 6. November geplante Baustellenführung kann aufgrund der aktuellen Situation nicht realisiert werden. Sie finden auf dieser Seite daher Fotos und ein kurzes Video zum aktuellen Baugeschehen.

Das Infoblatt zum Bauprojekt
finden Sie hier.

Aktuelle Straßensperren
Aktuell ist die Straße Neu Amerika auf Höhe der ARA erschwert passierbar. Anfang Dezember starten die Rodungsarbeiten für die neue Leitungstrasse. Dann müssen Fußgänger und Radfahrer, die auf dem Strandweg unterwegs sind, über den Äschen- und Karpfenweg umgeleitet werden. Diese Umleitung ist von 24. Dezember bis 10. Jänner vorübergehend aufgehoben. Danach gibt es bis Ende April 2021 eine Totalsperre. Der Stadtbus verkehrt bis auf weiteres wie gewohnt.
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Mit dem Spatenstich startete heute auch offiziell das mehrjährige Bauprojekt am Unterlauf der Bregenzerach. Anrainergemeinden, Land und Bund verbessern damit den Hochwasserschutz, geben Fluss und Natur mehr Raum und schaffen neue Möglichkeiten für die Naherholung.

Auch wenn die Erinnerung verblasst: „In den letzten 20 Jahren hat die Bregenzerach drei Mal historische Hochwasserstände erreicht“, erläuterte Bgm. Peter Halder, Obmann des Wasserverbandes Bregenzerach Unterlauf. Der Höchststand mit 1.350 m3 Durchfluss pro Sekunde wurde am 23. August 2005 verzeichnet – die Kapazitätsgrenzen waren erreicht.  

Start eines regionalen Mehrjahres-Projekts
Mit dem heutigen Spatenstich startet nun das auf mehrere Jahre angelegte, umfassende Hochwasserschutz- und Lebensraum-Projekt. „Der Natur- und Lebensraum gewinnt insgesamt an Wert und wird sicherer“, fasste Bgm. Peter Halder das gemeinsame Ziel der fünf Anrainergemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach und Wolfurt zusammen. Sie haben für die gemeinsame Arbeit den Wasserverband Bregenzerach Unterlauf gegründet. 

Intensive Unterstützung von Bund und Land Vorarlberg Tatkräftig unterstützt werden die Gemeinden vom Bund – dieser finanziert 85 Prozent der Kosten – und vom Land Vorarlberg. „In diesem gemeinsamen Großprojekt werden intelligente Lösungen realisiert, die Hochwasserschutz, Ökologie, Naherholung und den Schutz von Grund- und Trinkwasser bestmöglich vereinen“, betonte Wasserwirtschafts-Landesrat Christian Gantner. Die Planung erfolgte unter Federführung der Abteilung Wasserwirtschaft im Amt der Vorarlberger Landesregierung. ExpertInnen für Ökologie, Naturschutz, Trink- und Grundwasser sowie Fischerei waren intensiv eingebunden, ebenso politische VertreterInnen und BürgerInnen. Und alle sind sich einig: Auch wenn die Bauphase massive Eingriffe in die gewohnte Landschaft mit sich bringt, mit dem Projekt gewinnen Natur und Naherholungsraum gleichermaßen.

Fotos: Dietmar Stiplovsek
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Personen von links nach rechts:
Thomas Blank, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft beim Amt der Vorarlberger Landesregierung
Markus Mähr, Breuss Mähr Ingenieure
Philipp Tomaselli, Tomaselli Gabriel Bau
Landesrat Christian Gantner, Land Vorarlberg
Bgm. Martin Staudinger, Hard
Bgm. Christian Natter, Wolfurt
Bgm. Elmar Rhomberg, Lauterach
Bgm. Peter Halder, Kennelbach

Foto: Dietmar Stiplovsek
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Großes Interesse an der heutigen Bürgerinformation auf der Radbrücke
In wenigen Tagen beginnen die umfangreichen Bauarbeiten am Unterlauf der Bregenzerach. Die Gemeinden des zuständigen Wasserverbandes haben daher heute Nachmittag interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer nächsten Information vor Ort eingeladen. „Die Bregenzerach ist für viele Menschen ein Thema, dem sie Aufmerksamkeit schenken. Es ist wichtig für sie zu wissen, was im Bauprojekt vorgesehen ist“, betont der Kennelbacher Bürgermeister Peter Halder, er ist Obmann des Wasserverbandes Bregenzerach Unterlauf. Entsprechend groß war auch das Interesse der Bevölkerung.  

Corona-gerechte Informationsmöglichkeit an der Ach
Um in der aktuellen Corona-Situation den nötigen Abstand zu ermöglichen, wurden an drei identischen Infopoints entlang der Radbrücke zwischen Bregenz und Hard die Bauarbeiten im kommenden Winter anschaulich erklärt. Anhand von Plänen erläuterten Experten den Bauablauf und beantworteten auch die Fragen der Anwesenden.


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Hochwasserschutz, Ökologie, Trink- und Grundwasser, Erholungsraum: An der Bregenzerach spielen viele Themen eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit dem Land Vorarlberg und dem Bund setzen die Anrainergemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach und Wolfurt die Maßnahmen aus dem Gewässerentwicklungskonzept in den nächsten Jahren Schritt für Schritt um.

Die zentralen Ziele:
  • stabilere Dämme
  • durch Aufweitung mehr Raum für den Fluss
  • sich selbst gestaltende Mündung
  • leichter begehbare Ufer
  • bessere Fischpassierbarkeit

Der folgende Plan gibt einen Einblick in Maßnahmen und Bauabschnitte. Er ist auch im Infoblatt zum Bauprojekt enthalten.
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Wasserverband Bregenzerach Unterlauf
p.A. Amt der Landeshauptstadt Bregenz
Planung und Bau
Belruptstraße 1
6900 Bregenz

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Die Bregenzerach kann auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Vor ihrer Begradigung mäanderte sie, aus dem Achtal kommend, ungehindert in ihrem natürlichen Flussbett in Richtung Bodensee. Dabei schuf sie zahlreiche Kiesbänke und sorgte besonders während der Schneeschmelze immer wieder für Überschwemmungen. Im ausgehenden 15. Jahrhundert verschlimmerte sich die Situation. Das kühlere Klima der „Kleinen Eiszeit“ führte zu regelmäßigen Überschwemmungen. Besonders betroffen waren die westlichen bzw. „linksseitigen“ Gemeinden Wolfurt, Lauterach und Hard. 1542 erreichte die Bregenzerach die Harder Kapelle und drohte die Gebeine der Verstorbenen aus dem Friedhof zu spülen. Um zukünftig solche Katastrophen zu verhindern, entschieden die Gemeinden Wolfurt, Lauterach und Hard sich mit Bregenz und dem Kloster Mehrerau zu einer Konkurrenz zusammenzuschließen. Der Begriff „Konkurrenz“ bedeutet in diesem Fall einen Zusammenschluss von Gemeinden oder Gruppen, um gemeinsam die Kosten einer Verwaltungsaufgabe – nämlich der Achwuhr – zu decken. Ein modernes und revolutionäres Unterfangen!  

Anfänge
Bereits um 1500 starteten Wolfurt und Lauterach erste Versuche, gemeinsam einen Damm an der Bregenzerach zu errichten. Die Zusammenarbeit mit Hard lehnten die beiden Gemeinden zunächst ab, da sie zuvor einen jahrzehntelangen Streit über Wuhrarbeiten gegeneinander geführt hatten. Im Notfall wollten sich die Gemeinden aber gegenseitig helfen. In den 1540er Jahren erfolgten erneut Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss für die Errichtung gemeinsamer Wuhrbauten. Mit Hilfe einer Kommission konnte schließlich eine Einigung erzielt werden, ohne dass für alle Beteiligten zusätzliche Kosten entstanden. Am 3. April 1544 gründeten Wolfurt, Lauterach und Hard gemeinsam mit Bregenz und dem Kloster Mehrerau eine gemeinsame Achwuhrkonkurrenz. Die Konkurrenz begann am Wolfurter Berg und reichte bis zur Achmündung. Sie war in eine linksseitige Konkurrenz mit Wolfurt, Lauterach und Hard und in eine rechtsseitige Konkurrenz mit Bregenz und dem Kloster Mehrerau geteilt. König Ferdinand I. bestätigte am 14. August 1544 in Innsbruck die Gründungsurkunde. 1596 wurde die Urkunde in den hofsteigischen Landsbrauch aufgenommen. Die enthaltenen Bestimmungen wurden über die Jahrhunderte immer wieder erneuert und angepasst.  

Organisation
Die Achwuhrkonkurrenz regelte die Entscheidungsgewalt für Wuhrbauten, die Aufteilung der Kosten und die Wuhrarbeiten. Um diese Aufgaben zu erfüllen, wurden eigene Ämter geschaffen. An der Spitze standen die Ober- bzw. Unterwuhrmeister und der Wuhrschreiber. Die Stadt Bregenz und der Prälat des Klosters Mehrerau bestimmten gemeinsam zwei Oberwuhrmeister. Wolfurt, Lauterach und Hard stellten jeweils zwei Unterwuhrmeister. Eine Wuhrordnung aus dem Jahr 1627 erläutert die genauen Aufgaben der Wuhrmeister, des Wuhrschreibers und der Wuhrarbeiter: Die Wuhrmeister hatten in erster Linie die ausstehenden Arbeiten zu bestimmen, um willkürliche Wuhrarbeiten zu verhindern. Letztere waren streng verboten und wurden schwer bestraft. Außerdem mussten die Wuhrmeister die Wuhrarbeiten beaufsichtigen und kontrollieren, ob die Arbeiterinnen und Arbeiter auch die vorgeschriebenen Arbeitszeiten einhielten. Als Tageslohn erhielten die Oberwuhrmeister drei Schilling sechs Pfennig, die Unterwuhrmeister zwei Schilling sechs Pfennig. Der Wuhrschreiber wurde von der Stadt Bregenz gestellt und hatte verschiedene Aufgaben: Die wichtigste war die Führung der Finanzen der Achwuhrkonkurrenz. Der Wuhrschreiber hatte nicht nur die Befugnis, das Wuhrgeld einzuziehen, er konnte auch – gemeinsam mit einem Weibel – rückständige Zahlungen eintreiben und gegebenenfalls pfänden. Zudem musste er in wahrstem Sinne des Wortes Buch über die Ein- und Ausgaben führen. Dieses Buch sollte gemeinsam mit allen Rechnungen regelmäßig den Mitgliedern der Achwuhrkonkurrenz vorgelegt werden. Neben den Finanzen hatte der Wuhrschreiber auch wichtige Verwaltungsaufgaben inne. Alle Güter, die von Überschwemmungen der Bregenzerach bedroht waren, mussten in einem eigenen Buch verzeichnet werden. Zudem war der Wuhrschreiber verpflichtet, allen Mitgliedern der Konkurrenz die geplanten Wuhrarbeiten zu melden und gemeinsam mit den Wuhrmeistern die Arbeiten zu beaufsichtigen und zu notieren. Missstände und ungehorsames Verhalten der Arbeiterinnen und Arbeiter sollten dem Vogt und den Amtsleuten gemeldet werden. Der Wuhrschreiber erhielt denselben Tageslohn wie ein Oberwuhrmeister. Für das Einholen des Wuhrgelds bezog er außerdem noch zehn Pfund Pfennig. Hilfe für die Wuhrarbeiten kam aus der Bevölkerung der betroffenen Gemeinden. Die Arbeitszeit der Arbeiterinnen und Arbeiter orientierte sich an der Jahreszeit. Von Lichtmess (2. Februar) bis zum Gallustag (16. Oktober) begann die Arbeit um 7 Uhr und endete um 18 Uhr. Zwischen 11 und 13 Uhr war eine Mittagspause festgelegt. In den Wintermonaten vom Gallustag bis Lichtmess galten kürzere Arbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr. Die Mittagspause blieb unverändert. Die Wuhrarbeiten waren körperlich anspruchsvoll und erforderten kundige Fachkräfte. Ein erwachsener Arbeiter erhielt einen Tageslohn von einem Schilling und sechs Pfennig. Frauen verdienten einen Schilling. Holzfäller, die Wuhrbäume schlagen mussten, bekamen drei Schilling Pfennig. Jugendliche erhielten für ihre Arbeit nur neun Pfennig pro Tag. Fuhrleute, die zwei oder drei Pferde stellten, verdienten fünf Schilling Pfennig. Bei Nichteinhaltung der Arbeitszeiten drohte entweder weniger bzw. gar kein Lohn oder eine Anzeige. 

Probleme und Missstände
Die Zusammenarbeit der links- und rechtsseitigen Achwuhrkonkurrenz verlief nicht immer reibungslos. Die Durchsetzung eigener Interessen, die ungleich verteilten Aufgaben und die Höhe des zu zahlenden Wuhrgelds führten immer wieder zu Streitigkeiten. Jedes Mitglied der Konkurrenz musste Wuhrgeld bezahlen. Dieses Geld kam von den Besitzerinnen und Besitzern jener Grundstücke und Güter, die direkt an der Bregenzerach lagen und deswegen durch Wuhren geschützt werden mussten. Die Beträge waren unterschiedlich festgesetzt. So mussten freie Eigen, die vor der Gründung der Achwuhrkonkurrenz 1544 kein Wuhrgeld gezahlt hatten, weniger beisteuern als jene Güter, die bereits seit langem Wuhrgeld entrichteten. 1590 beschwerten sich der Abt, Prior und Konvent des Klosters Mehrerau beim Bregenzer Stadtammann und Rat sowie beim Gericht der Bürgerschaft Bregenz, dass die Wuhrgenossen fünf Pfund Pfennig Überschuss von ihnen verlangen würden. Das Kloster hätte aber immer ausreichend Wuhrgeld bezahlt, obwohl es in jüngster Vergangenheit finanzielle Einbußen durch die Kürzung des Zehnts erfahren musste. Außerdem könnten die Wuhrgenossen keine Verträge aufweisen, die das Kloster verpflichten würden, diesen Überschuss zu entrichten. Um die nachbarschaftliche Freundschaft zwischen den beiden Parteien zu erhalten, baten Abt, Prior und Konvent um einen Vergleich. Auch die Absprache über geplante Wuhrarbeiten funktionierte nicht immer. 1611 hatte Pater Boner, der Oberwuhrmeister der Mehrerau, ohne Wissen der linksseitigen Achwuhrkonkurrenz einen Wuhrbaum in der Bregenzerach befestigt. Die hofsteigischen Gemeinden beschwerten sich daraufhin beim Bregenzer Landschreiber. Dieser gestattete den hofsteigischen Gemeinden, den Wuhrbaum abreißen zu lassen. Außerdem wurde der Mehrerauer Abt angehalten, Pater Boner zukünftig nicht mehr als Oberwuhrmeister einzusetzen, ansonsten würden ihm Spott und Hohn von den anderen Konkurrenzmitgliedern drohen. 51 Jahre später riss die Bregenzerach auf der Hofsteiger Seite große Teile der Weingüter des Klosters Hirschtal in Kennelbach und im Weidach hinweg. Die betroffenen Gemeinden schlugen bei einer Zusammenkunft am 1. Dezember 1662 vor, die bestehenden Dämme zu versetzen und die Wuhrkästen zu verlängern. Während alle anwesenden Mitglieder der Konkurrenz die Maßnahmen als sinnvoll erachteten, kam von Seiten des Klosters Mehrerau Protest. Das Kloster hatte zu der Sitzung nur Pater Großkeller geschickt, der keine Befugnis hatte, für den Prälaten zu entscheiden. Großkeller bat die Anwesenden zu warten, bis sich der Prälat selbst ein Bild von der Lage gemacht hatte. Die betroffenen Gemeinden waren über die Verzögerung der Arbeiten wenig erfreut. Eine Woche später besichtigte eine Kommission unter der Leitung des erzfürstlichen Vogteiverwalters Diethelm Yelin den Schaden und stimmte dem Vorschlag der Gemeinden zu. Die Wuhrarbeiten konnten beginnen. Auch die Beaufsichtigung der Wuhrarbeiter und -arbeiterinnen war eine schwierige Aufgabe. 1791 brachte der Mehrerauer Abt Benedikt Martini dem k. k. Kreis- und Oberamt in Bregenz ein paar Verbesserungsvorschläge vor. Grund dafür waren Missstände, die sich zuvor an den Wuhrbaustellen ereignet hatten. Der Abt beschwerte sich, dass zu wenig starke Männer für die schwere Arbeit einberufen werden. Stattdessen würden junge Burschen und Frauen eingesetzt, die nicht dieselbe Leistung wie Männer erbringen könnten. Zudem stellten zu wenige Fuhrleute ihre Wägen für die Arbeiten zur Verfügung. Die Arbeiter würden sich außerdem nicht an die vorgeschriebenen Arbeitszeiten halten. Manche träfen am Vormittag erst um 9 Uhr und nachmittags erst gegen 15 Uhr an der Wuhrstelle ein. Andere wiederum würden überhaupt im Gebüsch liegen und die Zeit abwarten. Der Abt rief erneut die Aufgabe des Wuhrschreibers in Erinnerung, die Arbeitszeiten zu kontrollieren und die Arbeiterinnen und Arbeiter zu beaufsichtigen. Unnütze Arbeiter und Fuhrleute sollten bei künftigen Wuhrarbeiten nicht mehr herangezogen werden. Überhaupt hätte der Wuhrschreiber selbst, so Abt Benedikt Martini, in den letzten drei Jahren seine Arbeit nicht angemessen durchgeführt: Tagesverdienste würden nicht ordnungsgemäß verzeichnet und Wuhrwerkzeug nicht richtig gelagert. Im Winter würden Seile einfach im Schnee liegen, bis sie dort verfaulten. Gleiches gelte für die Wuhrbäume. Diese sollten in den Wuhrhütten gelagert und nicht in der Bregenzerach gelassen werden. In der Vergangenheit sei es immer wieder vorgekommen, dass Wuhrbäume von der Ach mitgerissen und bis nach Lindau geschwemmt worden seien. Ende des 18. Jahrhunderts häuften sich die Beschwerden der linksseitigen Achwuhrkonkurrenz über die Unzuverlässigkeit der Wuhrschreiber. 1796 klagte das Gericht Hofsteig Rickenbach beim k. k. Kreis- und Oberamt, dass der Wuhrschreiber in den vergangenen Jahren sowohl die Ein- als auch Ausgaben nicht ordnungsgemäß angeführt hätte. Keiner könne mehr nachvollziehen, wie und für was das Wuhrgeld verwendet worden sei. Auch in den Wuhrbüchern herrschte Chaos. Das Gericht Hofsteig Rickenbach forderte diese Missstände zu beenden. Die hofsteigischen Mitglieder der Konkurrenz beantragten, zukünftig den Wuhrschreiber für die linksseitige Achwuhr selbst bestimmen zu können oder das Amt überhaupt abzuschaffen. Die Stadt Bregenz wiederum wollte ihr althergebrachtes Recht, den Wuhrschreiber zu stellen, nicht einfach aufgeben. Sie entgegnete, dass der Transport der Wuhrbücher und Unterlagen innerhalb der Stadt viel einfacher wäre, als sie über die Ach bis nach Hofsteig zu tragen. Das Ansuchen der Hofsteiger wurde abgelehnt. 1829 erhielt die linksseitige Achwuhrkonkurrenz eine neue Instruktion. Der Wuhrschreiber sollte jedoch weiterhin von den Bregenzern ernannt werden. 1836 wandte sich die linksseitige Achwuhrkonkurrenz an das k. k. Land- und Kriminialgericht und beschwerte sich erneut über den Bregenzer Wuhrschreiber. Sie beantragten auch dieses Mal, einen eigenen Wuhrschreiber stellen zu dürfen, der ihren neu errichteten Wuhrfonds verwalten sollte. Einem Bregenzer Wuhrschreiber würden sie nicht vertrauen. Wenn sie keinen eigenen Wuhrschreiber stellen dürften, würden sie sich für die Abschaffung des Wuhrschreiberamts aussprechen.  

Das Ende der rechtsseitigen Achwuhrkonkurrenz
Die häufigen Beschwerden über die nachlässige Arbeit des Wuhrschreibers führten schlussendlich 1868 zu dessen Absetzung. An seine Stelle folgte ein neu gebildeter Konkurrenzausschuss. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts veränderte sich das Flussbett der Bregenzerach. 1891 wurde die Ach zwischen Kennelbach und der Lauteracher Brücke im Zuge der Errichtung des Elektrizitätswerks Rieden durch die Kennelbacher Textilfirma Jenny und Schindler (heute VKW) reguliert. Ein bereits bestehender Werkskanal wurde um 1.300 Meter verlängert und das Bett der Bregenzerach etwa auf gleicher Strecke um 200 Meter nach Südwesten verlegt. Die weiterhin anfallenden Wuhrarbeiten boten für einige Bauern bis nach dem Ersten Weltkrieg einen guten Zusatzverdienst. 1925/26 erfolgte die Regulierung des Abschnitts von der Lauteracher Brücke bis zur Achmündung. Zur selben Zeit löste sich auch die rechtsseitige Achwuhrkonkurrenz auf, deren Eigentum an die Stadt Bregenz überging. Die linksseitige Achwuhrkonkurrenz, bestehend aus Wolfurt, Lauterach und Hard, erhielt 1952 neue Statuten zur Verwaltung der Konkurrenz. Sie existiert bis heute.
Birgit Heinzle Stadtarchiv Bregenz 
[1] Thomas Klagian, An der Ach, https://100geschichten.bregenz.at/geschichte/an-der-ach/ vom 5.8.2020.
[2] Elmar Fröwis, Lutaraha 853, Lauterach 1985. Beiträge zur Ortsgeschichte und Vereinschronik. Herausgegeben von der Gemeinde Lauterach (Lauterach 1985), S. 75. 
[3] Österreichisches Staatswörterbuch. Herausgegeben von Ernst Mischler und Josef Ulbrich. Bd. 3 (Wien 1907), S. 473. 
[4] Fünf Gemeinden ein Fluss, file:///C:/Users/bheinzle/Downloads/20111206%20FOLDER_5Gem1Fluss%20(1).pdf vom 5.8.2020.
[5] Elmar Fröwis, Lutaraha 853, Lauterach 1985. Beiträge zur Ortsgeschichte und Vereinschronik. Herausgegeben von der Gemeinde Lauterach (Lauterach 1985), S. 76.
[6] StAB, HA 787, 16.2.1796. 
[7] Der hofsteigische Landsbrauch, mitgeteilt von Victor Kleiner. In: 41. Jahres-Bericht des Vorarlberger Museum-Vereines über das Jahr 1902/03 (Bregenz 1903), S. 125–180, hier S. 167–174. 
[8] Thomas Klagian, An der Ach, https://100geschichten.bregenz.at/geschichte/an-der-ach/ vom 5.8.2020. 
[9] StAB, HA 786, 22.3.1627.
[10] StAB, HA 786, 14.8.1544. 
[11] StAB, HA 786, 3.9.1590. 
[12] StAB, C 274, fol. 56r.
[13] StAB, HA 786, 1.12.1662.
[14] StAB, HA 787, 17.1.1791. 
[15] StAB, HA 787, 16. und 25.2.1796.
[16] StAB, HA 787, 31.10.1802.
[17] StAB, HA 787, 15.3.1829.
[18] StAB, HA 787, 14.3.1836.
[19] Ebd. 
[20] Elmar Fröwis, Lutaraha 853, Lauterach 1985. Beiträge zur Ortsgeschichte und Vereinschronik. Herausgegeben von der Gemeinde Lauterach (Lauterach 1985), S. 76. 
[21] Thomas Klagian, An der Ach, https://100geschichten.bregenz.at/geschichte/an-der-ach/ vom 5.8.2020.
[22] Elmar Fröwis, Lutaraha 853, Lauterach 1985. Beiträge zur Ortsgeschichte und Vereinschronik. Herausgegeben von der Gemeinde Lauterach (Lauterach 1985), S. 75. 
[23] Thomas Klagian, An der Ach, https://100geschichten.bregenz.at/geschichte/an-der-ach/ vom 5.8.2020. 
[24] Elmar Fröwis, Lutaraha 853, Lauterach 1985. Beiträge zur Ortsgeschichte und Vereinschronik. Herausgegeben von der Gemeinde Lauterach (Lauterach 1985), S. 76.
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Übersicht

Bei verschiedenen Hochwasserereignissen war das Flussbett der Bregenzerach randvoll, es gab keine Reserven mehr. Bisher sind Provisorien wie Betonblöcke im Einsatz. Jetzt werden die Dämme stabilisiert und das Flussbett verbreitert, so kann mehr Wasser abfließen. Auch während der Bauarbeiten bleibt der Schutz intakt. Bei Gefahr lässt sich die Baustelle binnen drei Stunden räumen.
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Die Bregenzerach und ihr Umfeld liefern Trinkwasser für Zigtausende Menschen. Der Schutz der Vorkommen und die sichere Wasserversorgung haben höchste Priorität. Dafür wurden bereits diverse Anlagen und Verbindungsleitungen gebaut. So kann etwa das Pumpwerk Hard während der Bauarbeiten vorsichtshalber abgeschaltet werden, um das Grundwasser zu schützen.
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Das Gewässerentwicklungskonzept ist insgesamt auf den Schutz von Natur und Umwelt ausgelegt. Für den Hochwasserschutz sind kurzzeitig starke Eingriffe nötig, etwa müssen Teile des Auwaldes gerodet werden. Erfahrungsgemäß erholt sich dieser rasch wieder.

Damit auch künftig keine Abflusshindernisse entstehen, werden die Dämme regelmäßig von Bewuchs befreit. So können auch mögliche Dammbrüche oder -risse rasch erkannt werden.

Jedenfalls ist gewährleistet, dass der Natur- und Lebensraum mittelfristig wertvoller und sicherer sein wird als jetzt.
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Der Baubetrieb erfolgt zum großen Teil am und im Achbett, eine eigene Baustraße führt direkt zur Landesstraße. Steine und anderes Material werden vor Ort aufbereitet und wieder eingebaut. Pro Tag sind maximal 20 LKW-Fahrten mit
Material vorgesehen, es gibt auch keine großen Zwischenlager. Eine eigene Bauaufsicht kümmert sich um ökologische Themen. Aufgrund des niedrigeren Wasserstandes wird im Herbst und Winter gearbeitet.
Foto: umg.at
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Bauabschnitt 1
Das Hochwasserschutzprojekt zwischen der Harder und der Radbrücke ist in drei Bauphasen unterteilt. Die erste Etappe, die Sanierung des Bregenzer Ufers, wird in der Winterperiode von Oktober 2020 bis Mai 2021 ausgeführt. Dafür wird ein Umleitungsdamm im Bachbett errichtet. In dessen Schutz erfolgt der Neuaufbau des Ufers mit Wasserbausteinen. Der bestehende Damm wird saniert und der Notüberlauf der Abwasserreinigungsanlage Bregenz neu verlegt. Im Mündungsbereich unterhalb der Radbrücke werden die bestehenden Steine abgetragen und für den Hochwasserschutz verwendet. Nach den Rodungs- und Grabarbeiten wird das Ufer wiederhergestellt und neu bepflanzt. Gemäß der ökologischen Planung werden standortgerechte Gehölze gepflanzt. Zudem werden die vorhandenen Wurzelstöcke eingearbeitet, um eine natürliche Entwicklung zu fördern.  

Bauabschnitt 2
In dieser Bauetappe, die ab Winter 2021/22 geplant ist, erfolgt u. a. die Aufweitung des ersten Abschnittes am Harder Ufer. Hier wird der Damm landseitig verlegt, um dem Fluss mehr Raum zu geben.

Bauabschnitt 3
Die Aufweitung des zweiten Uferabschnittes auf Harder Seite erfolgt in Bauphase 3 (geplant ab Winter 2022/23). Nach Abschluss der Arbeiten wird sich die Bregenzerach ihren Mündungsbereich selbst gestalten können. 

Um einen Anstieg des Grundwasserspiegels bei erhöhten Abflüssen der Bregenzerach zu vermeiden, werden im betroffenen Flussabschnitt umfangreiche Maßnahmen getroffen. So sind der Einbau einer Dichtmatte sowie die Errichtung von fünf Pumpwerken zur Grundwasserabsenkung vorgesehen.  

Die ersten drei Bauabschnitte in Zahlen:
  • Abtragsarbeiten im Umfang von ca. 75.000 m³
  • Schüttung eines 80.000 m³ großen Damms
  • Verlegung von 26.000 m² Bentonitmatten (als natürliche Abdichtung)
  • Einbringung von 12.000 m³ Dichtmaterial
  • Verlegung von insgesamt 40.000 Tonnen Wasserbausteinen
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Die bestehende Trinkwasserleitung wurde im Zuge der Dammbaumaßnahmen verlegt.
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Das vorhandene Material wird in verschiedene Korngrößen sortiert, um dann wieder eingebaut zu werden. Diese Sortierung erspart viele LKW-Fahrten.
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Die Baumaschinen wurden aufgrund der Wettervorhersagen entfernt. Trotz der Baumaßnahmen kann die Abflusssicherheit gewährleistet werden.
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Dieses wird mit einem Bagger in die Baugrube gehoben. Während der Damm in die Flusshaltung eingebunden wird, muss das Achwasser über den provisorischen Baudamm befördert werden.
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Der Brunnen wird bis 12 m abgeteuft, da die Sickerfähigkeit des neuen Dammes anders ist als die des alten. Sollte es zu einem landseitigen Grundwasseranstieg kommen, findet eine permanente Grundwassermessung statt. In die Bohrlöcher werden Pumpen eingebaut, um den Grundwasserstand landseitig zur Sicherung der Untergeschosse absenken zu können.
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